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Grünraumvernichtung als Programm?
Bund, Kantone und Gemeinden appellieren, im Siedlungsgebiet mehr Bäume zu pflanzen und Grünräume miteinander zu vernetzen. Das scheint in Wetzikon noch kein Echo zu finden: Allenthalben verschwinden in Oberwetzikon Grünflächen und werden Bäume gefällt. Und dies nicht nur legal durch Private, sondern auch von der Stadtverwaltung Wetzikon selber. Das „Grünraumkonzept“ - vor 3 Jahren vom Stadtrat selber als behördenverbindlich festgelegt - sollte das eigentlich verhindern und genau das Gegenteil bewirken. Der Quartierverein Oberwetzikon fordert jetzt eine klare Haltung.
Wer mit offenen Augen durch das Stadtteilzentrum Oberwetzikon spaziert, dem fallen be- sonders Verluste auf öffentlichen Grundstücken auf:
Fall 1: Eine grosse Robinie an der Bachtelstrasse wurde kurzerhand gefällt, weil für eine Baustelleneinrichtung auf die Schnelle kein anderer Ort gefunden wurde. Ein Ersatz ist nicht geplant.
Fall 2: Gleich gegenüber hat die Stadtverwaltung eine Grünfläche des Schulareals an ei- nen Privaten verpachtet, um darauf asphaltierte Parkplätze zu erstellen. Diese Fläche hät- te sich hervorragend dafür geeignet, um zentrumsnah Bäume und Sträucher zu pflanzen.
Fall 3: Auf dem Areal der Schulanlage Guldisloo wurden über 2’000 m2 Grünfläche von der Sport- und Spielfläche abgezwackt, um dort einen ersten Zusatzbau hinzustellen. Eine Kompensation ist nicht vorgesehen.
Fall 4: Beim Spielplatz Tödistrasse wird ein ganz überflüssiger Neuzugang auf Kosten be- stehender Gehölze und Grünfläche erstellt. Der erst vor 2 Jahren fertiggestellte südliche Zugang wird zurückgebaut und damit die Zugänglichkeit verschlechtert, die Gartenanlage verunstaltet und 130’000 Franken Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen.
Diese aktuelle Liste liesse sich - leider! - verlängern. Es sind also keine Einzelfälle, son- dern die tägliche Praxis einer Stadtverwaltung, die „grün“ predigt, selber aber lieber asphaltiert und zubaut.
Der Quartierverein Oberwetzikon ist sich bewusst, dass eine Neuorientierung nach Jahr- zehnten des gewohnheitsmässig fahrlässigen Umgangs mit dem Stadtgrün nicht einfach ist. Er fordert vom Stadtrat aber eine klare und transparente Haltung, die mit den eigenen Beschlüssen übereinstimmt: Wenn der Stadtrat in Oberwetzikon lieber Autos als Bäume sehen will, dann soll er das Grünraumkonzept politisch entsorgen und das bitte auch so kommunizieren!
Kontakt:
Uwe Scheibler: M +41 (0)79 156 82 78
quartierverein-oberwetzikon@bluewin.ch
